Kleinkindpädagogik
So viel, so intensiv und grundlegend wie der Mensch in den ersten drei Jahren lernt und sich entwickelt, geschieht es später nie mehr. Deshalb sind wir Eltern und Pädagogen aufgerufen, gerade dieser frühen Kindheit besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
Voller Vertrauen und ganz offen ist das kleine Kind hingegeben an seine Umgebung. Es wirken alle Sinneswahrnehmungen, wie zum Beispiel Geräusche, Gerüche, Kälte und Wärme, Licht und Farben aber auch die Gesinnungen und Stimmungen der Menschen um es herum: ihre Liebe und Freude, ihre Gereiztheit und Angst, ihre Aufmerksamkeit und Wärme aber auch ihren Druck und Stress unmittelbar und ungefiltert auf das kleine Wesen ein. So stellt diese Offenheit und dieses Urvertrauen, das uns gerade das kleine Kind entgegenbringt, ein großes, pädagogisches Aufgabenfeld dar, welches heute oft nicht mehr ausschließlich von den Elternhäusern abgedeckt werden kann.
Kleinkinder unter drei Jahren institutionell zu betreuen ist eine große Herausforderung und wir Pädagogen tragen eine hohe Verantwortung, um dem Vertrauen der Eltern und vor allen Dingen den Bedürfnissen des kleines Kindes gegenüber gerecht zu werden. Denn eine Krippen- oder eine Spielgruppe für Kinder unter drei Jahren ist etwas völlig anderes als eine Kindergartengruppe. Im Unterschied zu Kleinkindern haben Kinder in der Regel ab drei Jahren einen gewissen Grad an Unabhängigkeit erreicht. So können sie zum Beispiel sich sprachlich verständigen, brauchen keine Windel mehr, können schon mithelfen beim Essen zubereiten und organisieren selbst das gemeinsame Spiel mit anderen Kindern. Da hingegen ist das kleine Kind noch sehr auf die Hilfe und die liebevolle Unterstützung von uns Erwachsenen angewiesen. Es benötigt verlässliche Bezugspersonen, welche ihm neben den Eltern Sicherheit, Schutz und Geborgenheit geben. Braucht das Kleinkind auf der einen Seite einen liebevollen und aufmerksamen Begleiter, welcher da ist, es tröstet, liebevoll wickelt, beim Essen hilft, es an und auszieht und behutsam in den Schlaf begleitet, so will es auf der anderen Seite sich im Erkunden des Raumes und der Spielsachen frei und autonom betätigen und ganz für sich sein, um ungestört alles entdecken zu können. So bemühen wir uns dem Kind eine Umgebung zu schaffen, in der es sich sicher und selbstbestimmt bewegen kann und in der es Spielsachen vorfindet, welche seinem Alter entsprechen und ihm kein Spiel aufdrängen, sondern es darin ganz frei lassen. Auch gilt unser Bestreben, den uns anvertrauten Kindern genügend Zeit zu lassen beim Spielen, Essen, bei der Pflege, dem An- und Auskleiden und dem Entdecken der Natur in unserer täglichen Zeit draußen im Hof, Garten, Spielplatz oder Wald.
Unserer pädagogischen Arbeit liegen die Grundlagen der Waldorfpädagogik und die Menschenkunde von Rudolf Steiner zu Grunde und wird ergänzt durch die Arbeiten der ungarischen Ärztin Emmi Pikler zur beziehungsvollen Pflege und der freien Bewegungsentwicklung und den Beiträgen von Anna Tardos und Maria Aarts zur Autonomie des kleinen Kindes.
Telefonische Erreichbarkeit
Montag bis Donnerstag
7:00 - 08:00 Uhr
14:00 - 15:30 Uhr
Telefon
+49 (0)7821 / 989643
waldorfkindergarten-lahr@gmx.de
Adresse
Waldorfkindergarten Christophorus
Werderstraße 16
77933 Lahr